Kanada

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OLYMPIA 2010 in VANCOUVER

NO OLYMPICS ON NATIVE STOLEN LAND!!
 

In wenigen Tagen beginnen im kanadischen Vancouver - Whistler (Provinz Britisch Kolumbien) die Olympischen Winterspiele. Ein Spektakel, das auch für Österreich von großer Bedeutung ist. Weniger bekannt ist, dass die Ureinwohner Kanadas dabei größtenteils auf der Strecke bleiben. Die Spiele finden auf ihrem Land statt; die Rechte darauf haben sie nie abgetreten.


Um den schon früh begonnenen Protesten gegen die Olympischen Spiele den Wind aus den Segeln zu nehmen, umgarnten die Organisatoren der Spiele vier indianische Nationen, sog. „host nations“ (Squamish, Lil’Wat, Musqueam und Tseil-Waututh),um sie als offizielle indianische Gastgeber der Welt zu präsentieren. Im Gegenzug wurden den Stammesregierungen finanzielle Leistungen, Arbeitsplätze sowie ein neues Kulturzentrum versprochen. Mit der Einbeziehung der 4 „host nations“ glaubte man, einen geschickten Schachzug zu machen, denn der internationalen Öffentlichkeit sollte damit vorgegaukelt werden, alle Indigenen wären für die Olympischen Winterspiele in Vancouver. Jedoch gibt es in der ganzen Provinz von Britisch Kolumbien etwa 200 indigene Nationen, nicht nur vier. Und selbst von diesen vier sprechen sich weite Kreise gegen den Ausverkauf ihrer traditionellen Territorien und Kulturen aus. Leider wird das altbekannte Paradigma von „teile und herrsche“ von dem offiziellen Veranstalter VANOC (Vancouver National Organizing Committee) hervorragend praktiziert.

 
Schon längst stehen bei dem Großspektakel nicht mehr die sportlichen Leistungen im Vordergrund. Vielmehr sind die Olympischen Spiele ein Riesengeschäft für die Immobilienbranche, für Baukonzerne, die Tourismusindustrie sowie zahlreiche Sponsoren. Sie alle können mit ordentlichen Gewinnen rechnen. Für den einzelnen bleibt nur der Verlust, da noch jeder Austragungsort auf einem riesigen Schuldenberg sitzen geblieben ist. Gleichzeitig werden dringend benötigte Sozialleistungen gekürzt.
 
Indigene sind von solchen Maßnahmen besonders betroffen, denn überdurchschnittlich viele IndianerInnen leben unter der Armutsgrenze. Da hilft es auch nichts einen „Aboriginal Pavillion“ aufzubauen, in dem die Vielfalt der indigenen Kulturen dargestellt werden soll. Die Exponate darin sind hoffentlich nicht „Made in China“ wie der Kitsch, der auf Initiative von VANOC in den Souvenirläden angeboten wird.
 
Laut 2010 Games Watch wirken sich die Spiele auch ökologisch verheerend aus. Die neuen Skipisten, Parkplätze, Stadien, Skischanzen und Zufahrtsstraßen haben wichtigen Lebensraum für Mensch und Tier zerstört. Rund 100.000 Bäume sind allein dem „Whistler Olympic Center“ zum Opfer gefallen. Für den Straßenbau wurden enorme Mengen Schotter den Flüssen entnommen und aus den Bergen gesprengt. Dies stößt nicht nur den Umweltorganisationen sauer auf. Einmal mehr sind die Indianernationen am schlimmsten von den Umweltschäden betroffen, denn Jagd und Fischerei stellen immer noch einen wichtigen Wirtschaftszweig für sie dar. Nachhaltiges Wirtschaften in einer intakten Umwelt ist für ihre traditionelle Lebensform von größter Bedeutung.
 
Unterstützung in ihren Protesten erhalten die Indigenen v.a. vom Olympic Resistance Network (ORN), einem Zusammenschluss verschiedenster Umwelt- und Menschenrechtsgruppierungen, die seit Jahren auf die Vielfalt negativer Auswirkungen der Spiele mit diversen Aktivitäten aufmerksam machen.
 

 

10 Gründe gegen die Olympischen Spiele in Vancouver 2010

  • Kolonialismus und Rassismus der Regierung Kanadas als auch des IOK

  • Missachtung der Landrechte indigener Völker

  • fatale soziale Auswirkungen (Anstieg der Obdachlosigkeit, Kriminalisierung der Armen und Marginaliserten)

  • immense Zerstörung der Umwelt (Aus- und Aufbau von Skianlagen, Zufahrtsstraßen, Infrastrukturmaßnahmen)

  • Schuldenaufkommen von prognostizierten 6 Milliarden Dollar

  • Korruption und Ausbeutung durch Konzerninteressen

  • Einrichtung eines Polizeistaats

  • Repression des Widerstandes

  • zunehmende Gewalt an indigenen Frauen

  • Eingriff in Bürgerrechte

 

 

Weitere Informationen:
 
 -Presseaussendung "Olympia 2010: Wer gewinnt wirklich?"
 
 -Spezialausgabe der Zeitschrift "Coyote" zum Thema Olympische Spiele in Vancouver 2010
 
 -Homepage: No2010.com
 
 -Olympic Resistance Networks (ORN)
 
 -Kurzvideo über die Gründe der Proteste gegen die Olympia 2010 - Teil 1 und Teil 2