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ÜBERLEBENSKAMPF
der Lubicon Cree Indianer im Norden der Provinz Alberta |
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von Bernhard Ominayak |
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Ich bin der demokratisch gewählte Häuptling einer kleinen Gruppe von Cree Indianern. Wir leben im nördlichen Teil von Zentral‑Alberta und werden das Volk vom Lubicon‑See genannt. Zur Zeit führen wir einen Kampf um ein echtes Weiterbestehen für dieses unser Volk. Unsere Gegner sind die kanadische Bundesregierung, die Provinzregierung von Alberta, Dutzende von Ölgesellschaften und eine japanische Zellstofffirma. |
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Sie versuchen uns auszurotten, um
unser angestammtes Land und die darin lagernden wertvollen
Erdgas‑ Erdöl- und Holzressourcen stehlen zu können.
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Der
geschichtliche Hintergrund
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Noch
in den 30er Jahren rangen wir um staatliche Anerkennung als offizielle
Indianergruppe (Band), um dadurch ein Reservat zu bekommen. 1940 wurden
wir als eigenständige indianische Band bestätigt. Uns wurde ein
Reservat zugesichert.
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Die
Bundesregierung Kanadas hat bis heute jedoch dieses Reservat nicht
einmal vermessen lassen. Durch diese bürokratische Schlamperei
haben die Lubicon Cree bis dato nichts von dem erhalten, was ihnen
versprochen wurde und was ihnen rechtlich zusteht.
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Ende der 70er Jahre wurde in unserem traditionellen Gebiet mit der großräumigen Suche nach und Erschließung von Bodenschätzen, vor allem Erdöl und Erdgas, begonnen. Innerhalb kürzester Zeit wurden die Lubicon Cree ihrer wirtschaftlichen Grundlage, der Elchjagd und des Fallenstellens, beraubt. |
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Öffentliche und private Straßen von Ölfirmen, seismische
Sprengungen, Güterverkehr, Waldbrände, Probebohrungen und zahlreiche
andere Auswirkungen dieser umfangreichen und intensiven
Explorationstätigkeiten bedrohen das nackte Überleben unserer bislang
unabhängigen und stolzen Indianergruppe.
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Um
unsere drohende Ausrottung zu verhindern, versuchten wir, unseren ursprünglichen
und zugesicherten Landanspruch geltend zu machen ‑ ein Stück
Land inmitten totaler Verwüstung. Diese Bemühungen jedoch wurden von
der Provinzregierung auf das heftigste bekämpft. Eine der typischen
und schädlichsten Handlungen der Provinz, doch bei weitem nicht die
einzige, bestand in der Verabschiedung eines Gesetzes, das rückwirkend
einem von der Band gegen die Aktionen der Provinz eingebrachten
Gerichtsfall die vormals klare rechtliche Grundlage entzog. Und das zu
einer Zeit, als der Fall schon vor Gericht behandelt wurde !
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1983
sandte der Weltkirchenrat eine Delegation von 8 Bischöfen, geleitet von
Erzbischof Edward Scott ‑ Oberhaupt der anglikanischen Kirchen in
Kanada, nach Lubicon Lake, um sich vor Ort mit der Situation vertraut zu
machen. In einer Pressekonferenz danach bestätigten die Bischöfe
eine Aussage des Weltkirchenrates, nach der die Politik der Provinzregierung,
gemeinsam mit den Ölfirmen, 'völkermordartige Konsequenzen' für die
Lubicon Cree habe.
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Die
verfassungsmäßig für diesen Fall zuständige Bundesregierung entzog
sich bis heute einfach ihren Verpflichtungen gegenüber den Lubicons und
ließ uns allein dastehen. In einem kurzen Moment der Erleuchtung
jedoch ernannte der damalige Bundesminister für Indianerangelegenheiten,
D. Crombie, 1984 den ehemaligen Justizminister Davie Fulton zum
Sonderbeauftragten der Bundesregierung. Er sollte sich ein Bild von
der Lage machen, darüber einen schriftlichen Bericht abfassen und
darin Empfehlungen zur einvernehmlichen Lösung dieses Problems
abgeben. Die Band und die Regierungen Albertas und Kanadas einigten
sich auf einen gemeinsamen Arbeitsplan. Als Fulton 1985 mit seinem
Diskussionspapier die Ansprüche der Lubicon Cree untermauerte,
weigerte sich die Provinzregierung Albertas, überhaupt noch mit ihm
zu verhandeln. Die Bundesregierung feuerte ihn, obwohl er erst in der
Anfangsphase des beschlossenen Arbeitsprogramms steckte.
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Davie
Fulton machte seine Bereitwilligkeit, ohne größeres Aufsehen plötzlich
von der Bildfläche verschwinden zu müssen, jedoch davon abhängig,
dass zukünftige Verhandlungen mit den Lubicon Cree auf der Basis seines
Papiers als Diskussionsgrundlage zu führen seien. Sowohl die
Bundes‑ als auch die Provinzregierung gaben ihm dieses
Versprechen. Fulton trat von der Bühne des Geschehens ab.
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Die
nach Fulton von der Bundesregierung eingesetzten Verhandler agierten
vollkommen entgegen aller Zusicherungen und Versprechungen. Sie kamen
etwa mit 'Angeboten' zum Verhandlungstisch, die die Zahl der
'anerkannten' und zur Berechnung der Größe des Reservats miteinzubeziehenden
Lubicon‑Stammesmitglieder von 457 auf 196 reduzieren würden.
Dabei würden u.a. auch Familien in vom Staat klassifizierte Indianer
und Nicht‑Indianer aufgesplittert. Darüber hinaus würden in
weiterer Folge neuartige Kriterien angewandt, die Indianern gegenüber
noch nie in der Geschichte Kanadas zum Tragen gekommen sind. Diese
Kriterien hätten die Zahl der anspruchsberechtigten Lubicon‑Indianer
weiter reduziert.
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Der
Aufruf zum Boykott der Olympischen Winterspiele in Calgary 1988
Wir
waren erbost über diesen politischen Betrug, die öffentliche
Augenauswischerei und die Verzögerungstaktiken. Wir waren und sind in
der sehr reellen Gefahr der kulturellen und physischen Vernichtung und
wir waren und sind fest entschlossen, für unser Überleben zu kämpfen.
Deshalb riefen wir 1986 zu einem Boykott der Olympischen Winterspiele
1988 in Calgary auf.
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Dieser
Entschluss wurde nicht leichtfertig gefasst.
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Die
Drahtzieher, die sich aktiv an der Verwüstung unseres Lebens und
unserer Zukunft beteiligen, sind dieselben Regierungspolitiker, Ölgesellschaften
und Bürokraten, die die Olympischen Winterspiele 1988 in Calgary organisierten,
unterstützten, förderten, daran selbst sehr viel Geld verdienten und
sich damit internationale Anerkennung erkaufen wollten. Sie
versuchten, sich vor aller Welt als anständige, zivilisierte,
freundliche und kultivierte menschliche Wesen darzustellen ‑
ganz im Sinne des völkerverbindenden olympischen Geistes !
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Das
'Juwel' des kulturellen Rahmenprogramms der Olympischen Spiele war eine
Ausstellung, die ursprünglich 'Vergesst meine Welt nicht' heißen
sollte, später in 'Der Geist singt' umgetauft wurde. Diese Ausstellung
sollte die seltensten und schönsten (Kunst‑)Gegenstände
kanadischer Indianer und Eskimos aus aller Welt zusammenholen,
um die indigenen Kulturen Kanadas zu 'würdigen'.
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Wir
baten Museen in aller Welt, keine der angeforderten Leihgaben zu
dieser Ausstellung zu senden. Es ist unvereinbar, schöne Artefakte
indianischer Kulturen der Vergangenheit in einer Museumsausstellung zu
bewundern, während politische und wirtschaftliche Interessen
derselben Provinz aktiv die physische und kulturelle Vernichtung
einer (noch) lebenden indigenen Kultur 800 km weiter nördlich
nicht nur dulden, sondern fördern. Hauptsponsor dieser Ausstellung
war ausgerechnet Shell, eine jener Ölfirmen, die in unserem Gebiet
an unserer Zerstörung mitwirken.
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Weltbekannte
Museen, wie das Museum of the North American Indian in New York, das Nationalmuseum
von Dänemark, Völkerkundemuseen in Schweden, Rotterdam, Frankfurt
und Berlin, um nur einige zu nennen, haben sich mit dem Hinweis auf die
Behandlung der Lubicon Cree geweigert, zu dieser Ausstellung
beizutragen. Trotz enormen politischen Drucks durch das Auswärtige
Amt der kanadischen Regierung auf andere Regierungen und deren Museen
haben sich insgesamt 27 von der Band zum Boykott aufgerufenen Museen
geweigert, Gegenstände zu dieser Ausstellung zu schicken.
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Wesentliche
indianische Organisationen in Kanada und den USA, wie die Assembly of
First Nations, die Indian Association of Alberta, die Métis
Association of Alberta etc. sowie der Welteingeborenenrat, unterstützten
den Überlebenskampf der Lubicons inklusive des Boykottaufrufs.
Ebenso unterstützten uns eine Vielzahl von Kirchen und kirchlichen
Organisationen.
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Nicht
ganz so zufriedenstellend verlief zwar unser Aufruf an die Sportler und
sonstigen Teilnehmer, die Olympischen Spiele zu boykottieren, doch
konnten wir trotzdem einiges erreichen:
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Wohl
selten wurde ein einzelner indianischer Fall in diesem Umfang von der
internationalen Presse aufgegriffen. Eine in der BRD
zusammengestellte Pressemappe ergab mehrere Hundert kritische
Artikel zu den Olympischen Spielen. Bei den meisten deutschsprachigen
Artikeln stand die Behandlung der Lubicon Indianer im Zentrum der
Kritik.
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Einige
Sportler zeigten durch ihre Handlungen Solidarität mit den Lubicon Cree,
z.B. die österreichische Abfahrerin Elisabeth Kirchler.
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Einige
Künstler weigerten sich, bei der Eröffnungszeremonie mitzumachen. Die
österreichische Rockgruppe Opus begann ihren Auftritt im Österreicherhaus
mit einem starken Statement für die Lubicon Cree und widmeten uns das
Lied 'Can't You Hear Me ?'.
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Das
Zerbröckeln unserer Gemeinschaft
Bedingt durch die Zerstörung unserer Lebensart und unserer natürlichen Nahrungs- und Wirtschaftsgrundlage haben sich in den letzten Jahrzehnten Zerfallserscheinungen in unserer Gemeinschaft ausgebreitet. Obwohl bis vor kurzem unbekannt, gehören nun Alkohol‑ und Drogenprobleme zunehmend zum Alltag in unserer Siedlung. |
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Im Juni 1987 wurden wir von einem weiteren schweren Schlag
getroffen. Tuberkulose brach aus. Von den 100 infizierten Personen haben
38 akute TBC. Der weitere Fortschritt der Krankheit ist nunmehr
abgeflacht. Der Ausbruch dieser Epidemie ist das unmittelbare Resultat
der Zerstörung unserer Lebensweise in den letzten Jahren.
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Ausübung
von Souveränität war unerlässlich
Die
Bundesregierung tut meist so, als ob wir die Verhandlungen blockieren
würden, dass wir ‑ wie sie sagen ‑ 'inakzeptable'
Vorbedingungen stellen würden. Die Vorbedingungen werden aber in
Wahrheit nicht von uns, sondern von der Bundesregierung gestellt.
Lange Zeit wäre die Hälfte unseres Volkes nicht in die Verhandlungen
um unsere Rechte und unser Reservatsland einbezogen worden. Wer
anspruchsberechtigter Lubicon Cree Indianer ist und wer nicht, wollte
die Regierung ohne uns festlegen. Wie wenig ernsthaft die Regierung
die Verhandlungen zu führen gewillt ist, geht schon daraus hervor,
dass jeder Prozess zur Information der Öffentlichkeit und des zuständigen
Parlamentsausschusses über den Verhandlungsfortschritt durch einen
unabhängigen Beobachter von der Bundesregierung strikt abgelehnt
wird. Ein solcher Beobachter ist notwendig, um zu verhindern, dass
die Verhandlungen ‑ wie in der Vergangenheit ‑ von der
Regierung als reines Alibi benutzt werden. Diese Bedingungen sind für
uns inakzeptabel.
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Zu
unserer großen Überraschung machte der frühere
Provinzpremierminister, Don Getty, bei Gesprächen mit mir einen sehr
positiven und konstruktiven Vorschlag. Nämlich, statt einen einzelnen
unabhängigen Beobachter einzusetzen, ein Schiedsgericht zu bilden. Jede
der beiden Parteien (Lubicons und Bundesregierung) sollten dabei eine
Person wählen, diese wiederum gemeinsam eine dritte. Sowohl dieser
Vorschlag als auch die Empfehlung des Ständigen Parlamentsausschusses
für Indianerangelegenheiten auf Einsetzung eines unabhängigen
Beobachters wurde von der Bundesregierung einfach ignoriert. Der
damalige Indianerminister, Bill McKnight, aber behauptete, wir würden
die Verhandlungen blockieren.
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Die
Chancen auf ernsthafte Verhandlungen sind sehr gering. Deshalb
versuchten wir 1988, unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und
die Souveränität auf unserem Gebiet selbst auszuüben, um eine weitere
Zerstörung zu verhindern. Dies bedeutete:
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(1)
Sperre des Lubicon Gebietes
für alle Personen und Fahrzeuge,
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BITTE
UNTERSTÜTZEN SIE UNS !!
Ich bin mir der Problematik dieser Vorgangsweise mit allen ihren Konsequenzen wohl bewusst. Aber wir hatten keine andere Wahl ! Wir wissen, dass die kanadische Regierung auf die Informiertheit der Menschen innerhalb und außerhalb Kanadas reagiert. Lassen Sie die Politiker wissen, dass Sie über unsere Behandlung empört sind und dass Sie auf die Regierungspropaganda nicht hereinfallen |
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NACHSATZ:
Am
15. Oktober 1988 sperrten die Lubicon Cree mit Unterstützung anderer
indianischer Völker, von Kirchen‑ und Menschenrechtsgruppen
aus Kanada und Europa sowie Gewerkschaftern ihr traditionelles Gebiet,
nachdem sie vorher die 'Lubicon Cree Indian Nation' ausgerufen
hatten. Die Blockade wurde zwar unter Polizeieinsatz geräumt, doch
gab bei anschließenden Verhandlungen die Provinz Alberta, die bislang als die eigentliche Barriere für eine
Lösung des Konfliktes gegolten hatte
den berechtigten Landrechtsforderungen der Lubicon Cree nach. An
finanziellen Fragen im Zusammenhang mit Schadenersatz durch Zerstörung
der wirtschaftlichen Grundlage und mit dem Aufbau einer neuen
eigenständigen Wirtschaft sind weitere
Verhandlungen sowohl mit der Bundesregierung als auch mit der
Provinzregierung gescheitert.
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Seit
1988 besteht eine weitere massive Bedrohung für die Lubicon Cree. Die
Provinz Alberta vergab 40.000 km2 (!!) Holznutzungsrechte an
den japanischen Zellstoffkonzern Daishowa. Obwohl dieses Gebiet das
traditionelle Gebiet der Lubicon Cree fast vollständig umschließt,
wurden sie wieder nicht einmal gefragt. Seit das Werk im Jahre 1990
fertiggestellt wurde, droht Daishowa mit dem Kahlschlag der Lubicon Wälder.
Bisher konnte aufgrund massiver internationaler Proteste und eines
nationalen Boykotts von Daishowa-Produkten die Holzschlägerung im
Lubicon Gebiet allerdings verhindert werden. Nach Meinung der
Lubicon Cree würde eine Abholzung ihrer Wälder für sie das endgültige
Aus bedeuten.
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Daishowa brachte die
Unterstützungsgruppe 'Friends of the Lubicon' aus Toronto vor Gericht
und versuchte zu erreichen, dass der Boykott von Daishowa Produkten
als illegal erklärt und abgebrochen wird. Die 'Friends' gingen in
diesem Verfahren 1998 zwar als Sieger hervor, müssen aber erhebliche
Gerichtskosten bezahlen.
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Nach
einer Reihe erfolgloser Verhandlungsrunden zwischen den Lubicon Cree und
den beiden kanadischen Regierungsebenen im letzten Jahrzehnt begannen
im August 1998 Verhandlungen mit der Bundesregierung, deren
Fortschritt zwar sehr zäh verlief, aber erstmals selbst von den Lubicon
Cree positiv bewertet wurde. Dieser Fortschritt ist der Provinzregierung
Albertas offenbar ein Dorn im Auge, denn eine Verhandlungslösung mit
den Lubicon Cree würde die Nutzung von Bodenschätzen (vor allem Öl,
Erdgas und Holz) unter ihrer Zuständigkeit beeinflussen. Die
Provinzregierung torpediert seitdem die erfolgreichen Verhandlungsergebnisse
mit der Bundesregierung und versucht nach der alten Taktik 'Teile und
Herrsche' andere Indianergruppen gegen die Lubicon Cree auszuspielen –
im Zusammenhang mit Holzschlägerungen und dem wohlbekannten
Arbeitsplatzargument.
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Protest‑
und Solidaritätsbriefe sind nach wie vor dringend nötig!
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Chief Bernard
Ominayak ist der gewählte Häuptling der Lubicon Cree. Dieser Text
wurde nach den Olympischen Winterspielen 1988 in Calgary als
Information an zahlreiche Menschenrechtsorganisationen weltweit
versandt.
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