USA

<zurück zu Aktuelles 
SISTERS IN SPIRIT

EINE INTERNATIONALE KAMPAGNE ANLÄSSLICH DES INTERNATIONALEN TAG DER FRAU
AM 08. MÄRZ

 

 

 

MISSING AND MURDERED

500 INDIANISCHE FRAUEN IN KANADA „VERSCHWUNDEN“

 

Europäische, kanadische und indigene Menschenrechtsorganisationen haben sich zusammengeschlossen, um am UNO-Tag zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen tätig zu werden. Im Rahmen der von Amnesty International und der Native Women’s Association of Canada initiierten Kampagne „Sisters in Spirit“ soll die Öffentlichkeit auf die Situation der indigenen Frauen in Kanada aufmerksam gemacht und die kanadische Regierung zum Handeln aufgefordert werden.


Während Kanada sich auf der internationalen Bühne als Förderer der Menschenrechte präsentiert, müssen die Indigenen unter Diskriminierung, Entrechtung und Gewalt leiden. Mindestens 500 indigene Frauen wurden in Kanada in den letzten 20 Jahren als vermisst gemeldet oder ermordet, wie die Untersuchung durch die Native Women’s Association of Canada und Amnesty International ergab. In einer gemeinsamen Kampagne appellieren nun europäische Menschenrechtsorganisationen anlässlich des UNO-Tag zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen am 25. November an die kanadische Regierung, Rechte und Leben der Indigenen wirksam zu schützen.


Auf dem „
Highway of Tears“, jenem Highway 16 in der kanadischen Pazifikprovinz British Columbia, häuft sich die Gewalt auffallend. Hier wurden seit 1989 neun Indianerinnen im Alter von 15-25 Jahren vergewaltigt und ermordet. Anfang Februar 2006 wurde die Leiche von Aielah Saric-Auger gefunden. Die Indianerin aus Prince George wurde nur 14 Jahre alt.


Kanadas Behörden, Exekutive und Öffentlichkeit blind vor Frauenschicksalen

Trotz wiederholter Appelle blieben die Behörden und die Exekutive über Jahrzehnte hinweg untätig, und die Öffentlichkeit verschloss die Augen vor einer Katastrophe, die sich in der Mitte der Gesellschaft abspielt. Die Zahl der Vermissten und Morde verdeutlicht die bestürzenden Umstände, unter denen die Ureinwohner Kanadas noch heute leiden müssen. Besonders betroffen sind hiervon die Indianerinnen, denn sie sehen sich doppelter Diskriminierung ausgesetzt: als Frauen und als Indigene. Die rassistische Gewalt gegen die indianischen Frauen in Kanada resultiert aus einer systematischen Zerstörung der indigenen Kulturen, die bis in ihre Gemeinschaften hineinwirkt.
 

Erst unter Zugzwang, ausgelöst durch die „Sisters In Spirit“-Kampagne deutete die kanadische Regierung Bereitschaft an, sich mit dem Problem auseinanderzusetzen. Eine Regierungskommission bestätigte inzwischen die Vorwürfe zahlreicher Organisationen, die seit langem auf die Diskriminierungen gegen Indianer und insbesondere Indianerinnen hingewiesen hatten. Doch viel mehr als Lippenbekenntnisse hat die amtierende kanadische Regierung unter Premierminister Stephen Harper bislang nicht zu bieten.

Unsere Aktion

Anlässlich des UNO-Tags zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen am 25. November fordern wir, die beteiligten Menschenrechtsorganisationen, die kanadische Regierung auf, die von 180 Staaten unterzeichnete UN-Konvention zur Abschaffung aller Formen der Diskriminierung gegen Frauen (1979) in die Tat umzusetzen.


Premier Stephen Harper muss die Rechte und das Leben der indigenen Frauen in Kanada mit allen Mitteln schützen. Dazu fordern wir:

  • einen sofortigen und umfassenden Aktionsplan unter Einbeziehung der Indigenen

  • grundlegende Verbesserung der Lebensbedingungen in den indigenen Gemeinschaften

  • Einrichtung einer Sondereingreiftruppe

  • Einrichtungen zum Schutz der Frauen (z.B. Frauenhäuser)

  • Finanzmittel für indigene Organisationen zur weiteren Dokumentation der Vorfälle

  • Strafverfolgung der Täter

 
WERDEN SIE JETZT SELBST AKTIV!
Bitte beteiligen Sie sich an unserer Unterstützungskampagne und unterschreiben Sie unsere Postkarte!
Download Postkarte
Download Flyer

 
Weitere Informationen über die Kampagne:
 
Österreich:

Arbeitskreis Indianer Nordamerikas (AKIN)
Tel.: +43-676-5823850
e-mail: info@arbeitskreis-indianer.at

www.arbeitskreis-indianer.at

 

   
Deutschland:

Aktionsgruppe Indianer und Menschenrechte e.V.
Tel.: +49-89-35651836
e-mail: post@aktionsgruppe.de

www.aktionsgruppe.de

Menschenrechte 3000
Tel.: +49-162-8228717
e-mail:
Menschenrechte3000@yahoo.com

 

   
Schweiz: INCOMINDIOS- Internationales Komitee für die Indianer Nordamerikas
Tel.:
+41-44-3830335
e-mail:
mail@incomindios.ch

www.incomindios.ch

 
   
Kanada:

Native Women’s Association of Canada
http://sistersinspirit.ca
www.highwayoftears.ca
www.vanishedvoices.com

Amnesty International Canada
Tel.: 001-613-7447667
e-mail:
info@amnesty.ca

www.amnesty.ca

   
 

 

Weiterführende Informationen über "Sisters in Spirit":
 
 -"Stolen Sisters- Anhaltende Gewalt gegen indigene Frauen"  (Coyote 4/2005)
-"Sisters in Spirit-Vermisst: 500 Indianerinnen - Protestkampagne in Kanada" (Coyote 2/2004)