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UNEDLE
METALLE
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von Thomas Müllner
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Zink-Kupfer-Mine in
Wisconsin bedroht die natürlichen Resourcen indigener Völker
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Das Mündungsgebiet des Wolf River,
im Nordosten von Wisconsin, wird durch eine geplante Zink-Kupfer-Mine
(Crandon-Mine) bedroht. Der ursprüngliche Besitzer Exxon (bestens
bekannt durch den Tankerunfall vor der Küste von Alaska) verkaufte im Jänner
1998 seine 50% Anteile der Crandon Mining Company (CMC) an Rio Algom,
die daraufhin den Namen in Nicolet Minerals Company (NMC) umwandelte.
Nach Expertenschätzungen sollen dort in den nächsten 25 Jahren annähernd
55 Mill. Tonnen Erz abgebaut werden. Daraus könnten rund 2 Mill. Tonnen
Zink-Kupfer-Erz gewonnen werden.
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Zink und Kupfer kommen nicht in
reiner Form in der Natur vor, sie sind an andere Mineralien gebunden. Im
Falle der Crandon-Mine sind sie an Schwefel gebunden und müssen von
diesem in aufwendigen Verfahren getrennt werden. Im Zuge der
Verarbeitung wird das Erz sandkornfein vermahlen, mit Wasser gemischt
und mit Chemikalien versetzt, um Zink und Kupfer aus dem Gestein zu
extrahieren. Aus 1 Tonne Erz lassen sich ungefähr 5kg Kupfer gewinnen.
Das „restliche Material" – also rund 995 kg – ist Abfall und
soll zum einen Teil unterirdisch (in den ehemaligen Stollen) und zum
anderen Teil an der Erdoberfläche endgelagert werden.
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Durch den Abbau
entsteht eine ganze Reihe hochbrisanter Probleme für die Umwelt
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Bei der Extraktion von Kupfer aus dem
Gestein und bei der Endlagerung kommt es durch die Einwirkung von Luft
und Wasser zur Bildung von Schwefelsäure, giftigen Schwermetallen wie
Blei, Arsen und Kadmium und zur Freisetzung von in diesem Gebiet
vermutetem radioaktivem Material. Gegner der Mine befürchten, daß
durch das Abpumpen des Wassers aus den Minenschächten der
Grundwasserspiegel des umliegenden Gebietes drastisch sinken und in
weiterer Folge sogar das Grundwassersystem der Großen Seen beeinträchtigt
werden würde. Täglich würden rund 5,5 Mill. Liter Wasser aus der Mine
in den Wolf River gepumpt und das über einen geschätzten Zeitraum von
25 Jahren.
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Um den Minenabfall zu lagern, soll
eine Kunststoffisolierung unter der künftigen Abraumhalde eingebracht
werden. Doch selbst ein ehemaliger Direktor der Crandon Mining Company
(Vorgänger von NMC), Jerry Goodrich, äußert sich kritisch gegenüber
einer solchen Isolierung und meint, daß sich diese nach spätestens 140
Jahren unter dem Abfall aufgelöst haben wird. Das hätte den
ungehinderten Austritt der schon genannten toxischen Substanzen zur
Folge. Gigantisch ist auch das Ausmaß der geplanten Deponie, nämlich
rund 142 ha. Das entspricht etwa der Größe des 6. Wiener
Gemeindebezirkes. Es wäre somit die größte Giftmülldeponie in
Wisconsins Geschichte.
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Aufgrund der Lage der geplanten Mine
(Ursprungsbereich des Wolf River) in einer Landschaft mit hoher
Niederschlagsmenge und umliegendem Feuchtland meinte sogar ein Exxon
Ingenieur: „Man hätte keinen schlechteren Ort für eine Mine finden können!"
Im Jahresbericht von 1997 gibt sogar Rio Algom zu, daß gewisse Risiken
mit den verschiedenen Minen-Projekten verbunden sind. Der Wolf River
wurde sogar auf die Liste der 10 durch Umweltverschmutzung bedrohtesten
Flüsse der USA gesetzt. Das U. S. Forest Service hebt hervor, daß
sowohl während als auch nach Beendigung von Minentätigkeiten grobe
technische Sicherheitsmängel im Raum stehen. Einer Umfrage zufolge sind
mehr als 50% der Einwohner Wisconsins gegen die Errichtung der
Crandon-Mine.
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Auswirkungen der Mine
auf indigene Völker dieser Region
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In diesem Gebiet sind vier indigene
Nationen ansässig: die Potawatomi in unmittelbarer Nähe der südwestlich
gelegenen Crandon-Mine; die Mole Lake (Sokaogon) Chippewa westlich der
Mine; die Menominee und die Stockbridge-Munsee Indianer ungefähr 40 km
südlich der Mine.
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Unweigerlich werden die indigenen
Kulturen von den möglichen Umweltschäden als erste betroffen, da diese
Völker auch heute noch von den natürlichen Resourcen ihrer Umgebung
leben und dies weiterhin tun wollen. Die Great Lake Indian Fish and
Wildlife Commission (GLIFWC), die im Zuge der Nachverhandlungen um die
Verträge von 1836, 1837, 1842 und 1854 zu Beginn der 1990er Jahre
eingerichtet worden war, teilt in einem Bericht von 1996 mit: „Die
indigenen Völker in den nördlichen Teilen von Wisconsin, Minnesota und
Michigan sind ernsthaft durch Schwefelminen in vielfacher Weise bedroht,
was nur schwer für die nicht-indigene Bevölkerung zu verstehen ist. Für
diese Völker ist die Nutzung ihrer natürlichen Resourcen mehr als nur
Nahrungsbeschaffung. Der Fischfang, die Jagd, die Ernte von Wildreis und
die Sammlung von Wildkräutern stellt eine kulturelle Aktivität
dar."
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Primär ist die Gesundheit der dort
lebenden Indigenen durch die Aufnahme von industriellen Schadstoffen wie
Blei, Quecksilber und anderen Toxinen gefährdet. Fische und Wild
akkumulieren diese Substanzen in Muskel- und Fettgewebe und ihren
Innereien. Sie stellen so ein erhöhtes Gesundheitsrisiko dar, da viele
Indigene durch ihre Subsistenzwirtschaft von diesen Resourcen leben. 86%
der Mole Lake Chippewa Familien sind von Jagd und Fischerei abhängig,
90% der Familien stützen sich auf die Ernte von Wildreis und das
Sammeln von Kräutern und den Gemüseanbau.
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1995 wurde den Mole Lake Chippewa von
Seite der Environmental Protection Agency (EPA) ein
„Treatment-as-state" - Status zugesichert, um die Wasserqualität
mit Hilfe des Gesetzes zur Wasserreinhaltung (Clean Water Act) auf ihrer
Reservation zu schützen. Trotz der Klage durch den Staatsanwalt James
Doyle gegen EPA und die Mole Lake Chippewa, wurde dieser Status im April
2000 vom Bezirksgericht bestätigt. Diese Entscheidung, den
„Treatment-as-state" - Status zu bestätigen, hat weitreichende
Konsequenzen. Nicht nur für diese indianische Nation, sondern auch für
alle anderen indigenen Nationen in den USA und auch für die umstrittene
Crandon-Mine. Durch die Bestätigung ihrer Autorität würde den Mole
Lake Chippewa die Möglichkeit zuerkannt, die Nutzung der eigenen
Resources selbst zu verwalten. Dies ist ein bedeutender Schritt in
Richtung Souveränität indigener Nationen. Für die Crandon-Mine
bedeutete dies, den geforderten Vorschriften der Mole Lake Reservation
entsprechen zu müssen.
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Die Potawatomi versuchen seit einigen
Jahren die Luftqualität im Bereich ihres Reservates unter Anwendung des
Gesetzes zur Luftreinhaltung (Clean Air Act) zu schützen. Damit
versuchen sie, den Luftraum über ihrem Gebiet als Bestandteil ihres
Landes zu schützen und eine Verschlechterung der Luftgüte zu
verhindern. Da die Bundesregierung den indigenen Völkern gegenüber
eine Schutzpflicht innehat, ist sie gezwungen, in Umweltfragen die
Interessen der Indianer zu vertreten, in diesem Fall durch die
Environmental Protection Agency. Bestehende und geplante
Industrieprojekte wären davon nicht beeinflußt, sehr wohl aber die auf
dem Luftweg verfrachteten Schadstoffe der Crandon-Mine.
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Ein drittes von der geplanten Mine
betroffenes Reservat ist das der Menominee, welches flußabwärts liegt.
Seit 8000 Jahren lebt dieses Volk im Gebiet um den Wolf River. Der Name
Menominee bedeutet „Wildreisvolk" und deutet unmißverständlich
auf die Art der Bindung dieser Menschen zu ihrer Umwelt hin. John
Teller, ehemaliger Vorsitzender der Menominee, stellt es mit seinen
Worten dar: „Der Wolf River ist die Lebensader unseres Volkes und hat
für uns zentrale Bedeutung. Wir werden es nicht zulassen, daß dieser
Fluß Schaden nimmt."
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Auch die Kleinstadt Nashville mit
rund 900 Einwohnern, welche sich in unmittelbarer Nähe der Crandon-Mine
befindet, ist in den Bewilligungsprozeß verwickelt. Nachdem im
September 1998 die neugewählte Stadtverwaltung von Nashville das
Abkommen mit Nicolet Minerals aufgelöst hat, verklagte die Minenfirma
die Stadtverwaltung. Im Juni 1999 beantwortet die Kleinstadt die Klage
von NMC mit einer Gegenklage. Chuck Sleeter, ein Mitglied der
Stadtverwaltung, erklärt, daß das Abkommen deshalb aufgelöst worden
ist, da es durch geheime Absprachen zwischen der Minenfirma und den
ehemaligen Anwälten der Stadtverwaltung zustande gekommen ist, trotz
Widerstandes der betroffenen Einwohner. Minenbetreiber in
Wisconsin benötigen auch die Zusage von angrenzenden Gemeinden, um die
staatliche Bewilligung zum Betrieb der Mine zu erhalten.
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Durch langes Verhandeln konnten die
indigenen Völker mit Hilfe von einigen Umwelt-schutzgruppen, ansässigen
Einwohnern dieser Region und den noch vor einigen Jahren gegen sie
eingestellten Fischereivereinen, sowie den Gouverneur von Wisconsin,
Tommy Thompson, überzeugen, das Mining Moratorium im April 1998 zu
unterzeichnen und es dadurch in den Rang eines Gesetzes zu heben. Dieses
Gesetz verlangt von Minenbetreibern, die in Wisconsin eine Mine
errichten wollen, den Nachweis einer ähnlichen Mine innerhalb
Nordamerikas - gleich welche - , die mindestens 10 Jahre während ihres
Betriebes sowie 10 Jahre nach ihrer Stillegung keine Umweltschäden
verursacht hat.
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Obwohl sich das neue Mining
Moratorium Gesetz nur eine Mine als Beispiel verlangt, hat NMC im Jänner
1999 drei Minen genannt, um diese beiden Kriterien zu erfüllen: 1. die
Sacaton-Mine in Phoenix, Arizona - seit 15 Jahren geschlossen; 2. die
McLaughlin-Mine in San Francisco, Kalifornien - seit 14 Jahren in
Betrieb und als 3. Beispiel die Cullaton-Mine in Manitoba, Kanada.
„Man habe auch noch eine dritte Mine angegeben, um aufzuzeigen, daß
es genügend Beispiele gibt, das neue Gesetz zu erfüllen", sagt
ein Pressesprecher von NMC.
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Im Fall der Sacaton-Mine, gibt ein
Umweltbeamter zu bedenken, gibt es zu wenig Meßwerte zu dieser Mine, um
Aussagen darüber machen zu können, ob es zu Umweltschäden gekommen
ist oder nicht. Das Beispiel der Cullaton-Mine in Kanada könne nicht
verwendet werden, da sich diese Mine über einer Bodenschicht befindet,
die ständig gefroren ist (Permafrostboden) und deshalb das Grundwasser
vor möglichen Umweltschäden schützt. Im Fall der Crandon-Mine ist
dies nicht gegeben. „Was aber besonders bedenklich erscheint ist die
Tatsache, daß es NMC nicht gelungen ist, nur eine einzige ihrer eigenen
Minen als positives Beispiel anzugeben", meint Al Gedicks vom
Wisconsin Resources Protection Council (WRPC). Die Interpretation, wie
sie von NMC und Department of Natural Resources (DNR) vertreten wird
(auch mehrere Minen können die Forderungen erfüllen), bringt der
Minenindustrie Vorteile. Während die ursprüngliche Auslegung des
Gesetzestextes den betroffenen Ortsansässigen und den indigenen
Nationen bessere Chancen einräumt. Daß das DNR die Interpretation des
Gesetzes verändert hat, gesteht sogar George Meyer (Sekretär des DNR)
ein. Auf Grund dieser Vorgangsweise legen Umweltgruppen, Parlamentarier,
zwei indigene Stammesvertreter sowie fünf betroffene Bürger dem DNR
gemeinsam eine Petition vor, in der Durchführungsbestimmungen zum
Mining Moratorium Gesetz gefordert werden.
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Die wichtigsten Forderungen:
- nur eine einzige Mine soll als
Beispiel genannt werden dürfen;
- es muß sich eine gleichartige Mine unter gleichen Bedingungen
handeln, um vergleichbar zu sein.
- eindeutige Festlegung von Grenzwerten;
- Umweltmeßwerte müssen unter Aufsicht von staatlichen Behörden
erhoben werder
Trotz der derzeitigen Auslegung meint George Meyer, sei das Gesetz
eindeutig formuliert und das DNR lehnt es ab, Durchführungsbestimmungen
hinzuzufügen. „Ergänzende Durchführungsbestimmungen zu verlangen
sei durchaus üblich, nachdem ein neues Gesetz geschaffen wurde",
erklärt ein Überbringer dieser Petition.
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Bringt die
Zink/Kupfer Mine wirklich den wirtschaftlichen Wohlstand nach Wisconsin?
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Exxon und Rio Algom haben angekündigt,
daß dieses Projekt großen wirtschaftlichen Nutzen für diese Region
bringen wird, mit keinen negativen Auswirkungen auf die örtliche
Wirtschaft. Die Firma prognostiziert 750 Arbeiter zur Errichtung der
Mine, ungefähr 400 eigentliche Minenarbeiter und Arbeitsplätze in den
Bereichen Transport, Wohnungserrichtung und bei der Nahrungsversorgung
zu beschäftigen. Minenbefürworter sehen nur die positiven Auswirkungen
auf die betroffenen Bezirke (Forest, Langlade, Oneida), doch die Realität
der unsicheren Minenindustrie zeigt das Gegenteil.
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Derart rosige Prognosen, wie sie von
den Minenbetreibern gezeichnet werden, können anhand anderer
Minengemeinden leicht widerlegt werden:
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NMC kann nicht mit Sicherheit sagen,
daß die örtlichen ansässigen Arbeitskräfte die notwendigen
Arbeitskenntnisse für den Minenbetrieb mitbringen. CMC meint, daß
dieses Projekt sowohl ansässige als auch auswertige Arbeiter, die dann
in dieses Gebiet umsiedeln würden, beschäftigen wird. Einige
Untersuchungen zur Arbeitsplatzentwicklung zeigen, daß lediglich 25%
der neu geschaffenen Arbeitsplätze an ansässige Bewohner vergeben
werden. Der Rest der 400 angekündigten ständigen Arbeitsplätze würden
mit zugewanderten Facharbeitern besetzt werden. In diesem Fall nicht erwähnt
werden Arbeitskräfte, die zwar in der Mine beschäftigt wären, ihren
ständigen Wohnsitz aber nicht verlegen werden. Das hätte zur Folge, daß
das verdiente Geld in anderen Gebieten der Wirtschaft zu gute käme und
nicht den drei betroffenen Bezirken. Es ist sehr wahrscheinlich, daß
die meisten Arbeitnehmer der Mine nicht auf der Mole Lake Reservation,
in den Städten Lincoln und Nashville, WI oder sogar im Bezirk Forest
leben. Die Schätzungen von NMC über die Zuwanderung in dieses Gebiet
beruhen auf offenen Arbeitsstellen in diesem Wirtschaftsraum. Wie die
Erfahrung zeigt, ziehen derartige Minen-Monsterprojekte immer mehr
Menschen an, als beschäftigt werden können. Die Folge wäre, wie in
fast allen Minengemeinden, eine hohe Arbeitslosigkeit, denn derartig
schnellwachsende Wirtschaftszweige sind mit wachsender Armut verbunden.
Studien zeigen, daß gerade Gebiete, die nur von Minentätigkeit
wirtschaftlich abhängig sind, einen höheren Grad an Armut aufweisen
als andere ländliche Regionen und Gemeinden.
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Minen im allgemeinen
stellen keine stabile ökonomische Basis für Gemeinden dar.
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Am Beispiel der
White-Pine-Kupfer-Mine in Michigan ist gut ersichtlich welche Gefahren
auf eine Gemeinde zukommen können, die nur von Minentätigkeit abhängig
ist. Diese Mine wurde im September 1995 geschlossen und entließ somit
1100 Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit. Viele dieser gut ausgebildeten
Arbeiter würden in der Crandon-Mine anstatt der weniger gut
ausgebildeten ansässigen Arbeiter beschäftigt werden.
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Der Fall der Ladysmith Mine der
Flambeau Mining Company (FMC) zeigt, daß eine Mine noch vor dem
prognostiziertem Ende der Abbauzeit geschlossen werden kann. Die
Firmenleitung hat sogar vom DNR eine Erlaubnis erhalten die Abbautätigkeit
zu beschleunigen, um die Mine aufgrund der schlechten Wirtschaftslage früher
schließen zu können. NMC kündigt zwar an, daß die Mine 30 Jahre in
Betrieb sein soll, doch gibt die Firma keinerlei Garantien diesbezüglich
ab.
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Nicht außer Acht gelassen werden
darf die Finanzkrise in Asien und die billige Kupferproduktion in Südamerika
und Indonesien. Der Kupferpreis befindet sich auf sehr tiefem Stand in
diesem Jahrhundert. Im Mai 2000 betrug der Preis 79.5 cents pro U.S.
pound (ca. 0,5kg) Kupfer und 52.2 cents pro U.S. pound für Zink. Durch
den Preisverfall soll die Highland-Valley-Kupfer-Mine in British
Columbia, Kanada, bis Ende 1999 geschlossen werden und damit 1046
Arbeiter in die Arbeitlosigkeit entlassen werden, obwohl die Abbautätigkeit
bis 2008 prognostiziert war.
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In der Zeitschrift „The Northern
Miner" wurde vor kurzem auch über Zink berichtet. Durch den
Preisverfall am Weltmarkt durch das Überangebot und durch den
geringeren Einsatz von Zink in der Autoindustrie, sind in weiterer Sicht
keine wachsenden Märkte für Zink absehbar. Während also andere
Zink/Kupfer-Minen anderenorts schließen, stellt sich die Frage warum
Nicolet Minerals Company ein derart großes Interesse an der Eröffnung
dieser Mine hat. Der Gesetzgeber, der in dieses Projekt involviert ist,
gibt an, daß der Erzkörper der Crandon-Mine auch einen hohen Gehalt an
Gold und Silber aufweisen soll. Zink und Kupfer allein stellen also
nicht die wertvollsten Mineralien in der Crandon-Mine dar, obwohl dies
der Öffentlichkeit glaubhaft gemacht werden soll. Gegner der Mine
meinen, daß die beiden Metalle offensichtlich interessanter als Zink
und Kupfer sind. Von Seiten der Minenfirma wurden keinerlei Daten darüber
veröffentlicht.
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Die momentane wirtschaftliche
Situation ist in den Gemeinden Forest und Langdale gesund, was sogar
Studien der Firma Exxon bestätigen. Die Tourismusindustrie im Bereich
des Ursprungsgebietes des Wolf River ist aufgrund der ursprünglichen
Landschaft stark steigend und stellt eine zukunftssichere
Einkommensquelle für viele Bewohner und indigene Nationen dieses
Gebietes dar.
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Es stellt sich somit die Frage, ob
angesichts der möglichen Riesendeponie nach Beginn der Abbautätigkeit
in der Mine, nach wie vor so viele Touristen in den Nordosten von
Wisconsin kommen werden, um dort in Ruhe Urlaub machen zu können.
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Auf den ersten Blick scheint es, als
ob das Projekt Crandon-Mine nicht verwirklicht werden kann. „Obwohl es
so aussieht, als ob NMC die vom Mining Moratorium Gesetz verlangten
Voraussetzungen nicht erfüllen kann, gehen die Probebohrungen im
geplanten Areal der Mine weiter", meinen Fred Ackley und Bill
Koenen von den Mole Lake Chippewa.
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NMC kündigt eine neue Studie an, die
beweisen soll, daß die Art des Abbaues, wie sie die Firma plant, die
Umweltschäden verringern würde. Nach Angaben von Vertretern der Firma
soll durch verbesserte Techniken weniger Wasser verbraucht werden und
anschließend auf Trinkwasserqualität gereinigt werden. Das Einbringen
einer speziellen Isolierung in die unterirdischen Minenschächte soll
verhindern, daß Grundwasser in die Schächte eindringt und es dadurch
zur Bildung von Schwefelsäure kommt. Durch die Entfernung von Pyrit
(Schwefelkies) aus dem Abraum würde ein potentieller Verursacher von
Schwefelsäure aus dem Erzabfall entfallen. Der Bergbauexperte der Great
Lake Indian Fish and Wildlife Commission, John Coleman, setzt dem
entgegen, daß diese Studie nicht wirklich brauchbare Daten über den
prognostizierten Wasserverbrauch liefert. Obwohl Pyrit aus dem Abraum
entfernt werden soll, würde das wieder in den unterirdischen Teil der
Mine verfrachtete Material mehr Säure erzeugen, als ursprünglich
angenommen. Um den Wolf River nicht zusätzlich durch die Einleitung der
Minenabwässer zu belasten, soll eine Pipeline gebaut werden, die bei
dem 64 km entfernt liegenden Ort Rhinelander in den Wisconsin River
geleitet werden soll. Die Folge wären dann zwei gefährdete Flüsse.
Keine dieser Ankündigungen von Nicolet Minerals Company zur Minderung
der Umweltschäden waren Teil des von NMC erstellten Umweltgutachtens.
Sollten diese Änderungen formell bei den Staats- und Bundesbehörden
eingebracht werden, so müßten diese Behörden, die die Erlaubnis für
diese Mine erteilen, überprüfen, ob diese Ankündigungen wirklich die
erhoffte Verringerung der Umweltschäden erbringen können. Diese
Evaluierung würde höchstwahrscheinlich die Veröffentlichung des
Umweltgutachtens sowohl vom Staat Wisconsin als auch der Bundesregierung
verzögern.
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Umweltgruppen und Parlamentarier
haben in einem Brief an das Wisconsin Department of Natural Resources
(WDNR) gefordert, daß alle Verfahren, die im Zusammenhang mit der
Erteilung der Erlaubnis für die Mine stehen, einzustellen sind, solange
NMC nicht die im Mining Moratorium Gesetz gestellten Forderungen erfüllt.
„Im Moment sieht es so aus, als ob das DNR das Bewilligungsverfahren
fortsetzt, obwohl NMC die Forderungen nicht erfüllt", sagt Tom
Soles, Vertreter eines Fischereivereines. David Newman von der
Umweltschutzgruppe Wisconsin Citizens Action ergänzt, daß die
Einwohner Wisconsins nun wüßten, daß das Mining Moratorium seit April
1998 ein Gesetz sei. Sie erwarteten daher vom DNR diesem Gesetz Geltung
zu verschaffen und sind daher sehr überrascht, daß das DNR den
Bewilligungsprozeß trotzdem nicht stoppt. Es sei reine
Zeitverschwendung dieses Bewilligungsverfahren weiterhin zu betreiben, fügt
Becky Katers, Mitglied einer weiteren Unterstützungsgruppe hinzu.
Apesanahkwat, Vorsitzender der Menominee, bringt es unmißverständlich
auf den Punkt: „Das Mining Moratorium ist ein Gesetz!"
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Sogar die größte Tageszeitung von
Wisconsin,der Milwaukee Journal Sentinel, berichtet in seiner Ausgabe
vom 13.12.1998, daß Crandon kein guter Platz für eine Kupfer-Mine sei.
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Die Minenbetreiber wollen die 3 Jahre
dauernde Errichtung der Mine im Jahr 2001 beginnen und das erste Erz
soll dann 2004 abgebaut werden, gibt Dale Alberts, Pressesprecher von
Nicolet Minerals Company, bekannt.
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Wann die letzte Entscheidung zur
Bewilligung der Crandon-Mine erwartet werden kann, ist nicht klar, denn
das Verwirrspiel um den Besitz der Crandon-Mine geht weiter. Billiton,
ein südafrikanischer Minenbetreiber (London), ist seit Oktober 2000 der
neue Besitzer.
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