Der Arbeitskreis Indianer Nordamerikas – ein Videobericht

Peter Schönhofer hat im Rahmen seiner Sendereihe „Der Wal“ für den „Mitmachsender“ Okto im Dezember 2017 einen Videobericht über den Arbeitskreis Indianer Nordamerikas verfasst. Hier das Video zum Ansehen und der Text zum Nachlesen (etwas gekürzt).


Beitrag über den Arbeitskreis von Peter Schönhofer („Der Wal“) im Fernsehsender Okto

Prof. Dr. Peter Schwarzbauer über Aufgaben und Aktivitäten des Arbeitskreises

Prof. Dr. Peter Schwarzbauer, Obmann des Vereins „Arbeitskreis Indianer Nordamerikas“, spricht über Aufgaben und Aktivitäten des Arbeitskreises: 

„Einerseits ist dies Informationsarbeit wie Veröffentlichung von Artikeln, Presseaussendungen und Vorträgen. Damit wollen wir auf die heutige Situation indigener Völker in Nordamerika aufmerksam machen. Andererseits soll dem noch immer vorherrschenden Klischeebild, welches mit Federn, Büffeln und Tipis verbunden ist, entgegen gewirkt werden.

Indigene erleben nach wie vor Ressourcenausbeutung, Aberkennung ihrer Landrechte und die drohende Zerstörung ihrer Lebensgrundlage durch Bergbauunternehmen, forstliche Schlägerungsunternehmen oder Pipeline-Betreiber. 

Der Arbeitskreis unterstützt Indigene bei der Durchsetzung ihrer Selbstbestimmungsrechte. Indigene Völker sind zwar Völker nach dem Völkerrecht. Da aber das Völkerrecht eigentlich ein Recht von Staaten und nicht von Völkern ist, haben Indigene keine Instrumente, ihre Selbstbestimmungsrechte durchzusetzen.

Vielfach haben wir festgestellt, das es für Indigene in ihrem oft aussichtslos erscheinenden Bemühen zu ihrem Recht zu kommen, sehr hilfreich ist, wenn sie wissen, dass es in Europa Organisationen gibt, die sich für ihre Situation interessieren und sie bei ihren Anliegen unterstützen. Wir sind vernetzt mit anderen Menschenrechtsorganisationen in Europa und die Tatsache, dass es uns gibt, ist eine Hilfe für sie, ihren Kampf um die Durchsetzung ihrer Rechte und ihren Widerstand nicht aufzugeben.

Ein weiterer Aspekt unserer Arbeit ist es, auf die Diversität der Kulturen aufmerksam zu machen. Indigene Völker werden nicht ohne Grund oft als die „Hüter der Erde“ bezeichnet. In ihrem Ungang mit ihrer Umwelt mit ihren Mitmenschen können sie durchaus auch ein Vorbild für uns sein.

AKIN ist übrigens die Abkürzung für „Arbeitskreis Indianer Nordamerikas“ und bedeutet gleichtzeitig auf englisch sowas wie Verwandter oder Freund.

Wir treffen uns fast jeden Montag im WUK im 9. Bezirk in Wien und freuen uns über den Besuch von Interessierten.“

Mag. Gawan Maringer und sein politisches Engagement für Indigene Nordamerikas

Mag. Gawan Maringer erzählt über sein politisches Engagement im Rahmen des Arbeitskreises:

„Ich beschäftige mich hauptsächlich mit der internationalen Politik bezüglich indigener Völker.

In unserem Verein versuchen wir einerseits durch Öffentlichkeitsarbeit und direkte politische Aktionen indigenen Anliegen Aufmerksamkeit zu verschaffen und andererseits unterstützen wir aktiv indigene Vertreterinnen und Vertreter in Gremien wie den Vereinten Nationen.

Wir stehen in direktem Kontakt mit indigenen und auch nicht-indigenen politischen Vertretern, auch in unserem Land. Unser Ziel ist es, die Wahrnehmung der Themen indigenen Völker zu erhöhen.

Indigene Völker sind mittlerweile stark innerhalb der Vereinten Nationen vertreten. Ihr ursprüngliches Anliegen war es, als Staatsträger und als Nationen anerkannt zu werden. Das ist ihnen bis heute nicht gelungen.

Wir als kleine Organisation sind zwar ein kleines Rädchen in diesem System, aber es gibt viele kleine Organisationen wie uns und durch unser gemeinsames Engagement können wir doch sinnvolle „Advocacy Work“ bezüglich indigener Völker machen und immer wieder einmal etwas bewegen.

Ganz wichtig ist uns dabei, dass wir die indigenen Representanten und Representatinnen nicht paternalistisch beraten, sondern sie direkt in ihrer Arbeit unterstützen.“

Georg Bergthaler erstellt einen Dokumentarfilm über „Indianer heute“

Georg Bergthaler, Student der Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien, erstellt derzeit seine Masterarbeit und einen Dokumentarfilm:

„Im Sommer 2017 habe ich im Rahmen meiner Masterarbeit eine dreimonatige Nordamerika-Reise gemacht und ich hatte dabei auch eine Kamera mit im Gepäck. Das Ergebnis dieser Reise wird ein Dokumentarfilm sein, der voraussichtlich 2019 auf Filmfestivals gezeigt wird.

In diesem Film möchte ich nicht nur die negativen Aspekte des Lebens in Reservaten zeigen, sondern auch auf positive Entwicklungen und motivierte junge Leute hinweisen, die positive Schritte in die Zukunft setzen und die sich dafür einsetzen, dass jene, die auf den Reservationen aufwachsen, sich ihrer persönlichen Geschichte und ihrer Identität bewusst sind und mit diesem starken Background für künftige Generationen ein besseres Umfeld und ein besseres Leben schaffen können. Während meiner Reise erhielt ich Einblick in verschiedene interessante Projekte, mit denen die ökonomische und politische Selbstbestimmung in Reservaten gestärkt wird.

Wir wollen mit unserer Arbeit auch darüber informieren, wie Indianer heutzutage leben, wie sie ihren Lebensalltag bewältigen und welchen Herausforderungen und Problemen sie dabei gegenüber stehen.

Wir sind bereit, Fragen jederzeit zu beantworten und freuen uns über jede Unterstützung die wir für unsere Arbeit – für die Selbstbestimmung indigener Völker in Nordamerika – bekommen können.“


Informationen zu unserem Arbeitskreises: Der Arbeitskreis Indianer Nordamerikas

Und hier Informationen, wie Sie uns unterstützen können: Mach mit!

Posted in Alle, Stereotypen.