Tom Porter in Wien: Die Friedensbotschaft der Haudenosaunee – eine irokesische Perspektive

Vortragsreise mit dem Mohawk-Ältesten:

Tom Porter – Sakokwenionkwas,
Mohawk Nation, N.Y., USA

Wien, 4. – 8. Mai 2019
Veranstaltungen aktuell in Arbeit

Tom Porter (Foto: Claus Biegert)

Tom Porter (Sakokwenionkwas – „Derjenige, der gewinnt“), ein Ältester, früheres Ratsmitglied und politischer Aktivist der Mohawk Nation (New York State, USA) wird von 4. bis 8. Mai Wien besuchen, um mit der Friedens- und Umweltbewegung in Dialog zu treten. Sein zentrales Thema: Wie gehen wir mit unseren Mitmenschen und unserer Mitwelt um, damit wir das Wohlergehen der kommenden sieben Generationen nicht gefährden?

Tom Porter ist Mitglied des Bärenclans der Mohawk-Nation von Akwesasne im Norden des Bundesstaates New York. Die Mohawks sind die heute größte Gruppe der Haudenosaunee („Leute des Langhauses“), bei uns besser bekannt als Irokesenkonföderation. Er zählt bereits seit den 60er- Jahren zu den bedeutendsten und einflussreichsten Persönlichkeiten im indigenen Widerstand Nordamerikas, war 21 Jahre lang einer der 9 Mohawk-Vertreter im traditionellen Rat der Haudenosaunee-Konföderation, war Mitgründer der „Akwesasne Freedom School“, einer Mohawk- Alternative zum US-amerikanischen Bildungssystem, lehrt an diversen regionalen und überregionalen Bildungseinrichtungen, war 1993 Mitgründer und seither Sprecher und spiritueller Führer der traditionellen Mohawk-Community von Kanatsiohareke. Er ist mehrfacher Vater und Großvater, Autor zahlreicher Bücher, mehrfach ausgezeichneter Träger von Menschenrechts- und Bildungsauszeichnungen sowie Inhaber dreier Ehrendoktortitel.

Tom Porter schöpft aus dem politischen, kulturellen und spirituellen Reichtum der faszinierenden Haudenosaunee-Konföderation der Sechs Nationen, einem der ältesten bis heute bestehenden internationalen Bündnisse der Welt, das bereits vor dem ersten Kontakt mit Europäern gegründet wurde. Die Verfassung dieses auch als „Irokesenkonföderation“ bekannten Nationenbundes, dem neben den Mohawks auch die Seneca, Oneida, Onondaga, Cayuga und Tuscarora angehören, beeinflusste über Johann Gottfried Herder, Friedrich Engels, Henry L. Morgan und Benjamin Franklin sowohl die europäische Aufklärung, den frühen Feminismus und den frühen Kommunismus als auch die amerikanische Verfassung.

Ein ausgeklügeltes System der konstitutionellen Gewaltenteilung, nationalen Souveränität der Mitglieder, vertikal gegliederter Strukturen von Dörfern und Stämmen und quer dazu horizontal verlaufender stammesübergreifender matrilinearer Clanstrukturen stellt ein komplexes, einer Matrixorganisation ähnelndes gesellschaftspolitisches Gefüge dar, in dem die „Clanmütter“ am Ende der demokratisch geführten politischen Diskussionsprozesse als finale Kontrollgewalt das Vetorecht bei Angelegenheiten von vitaler Wichtigkeit und die Letztentscheidung bei Ein- und Absetzung von politischen Führern haben.

Tom Porter wird Deutschland, Österreich, die Schweiz und Italien besuchen. Er wird begleitet von seinem Sohn Aroniennens, einem traditionellen Sänger im Akwesasne Langhaus.

Tom Porters Vortragsthemen:

  • Das Große Friedensgesetz – Die Haudenosaunee Verfassung: über 800 Jahre alt und noch immer ein Zukunftsmodell
  • Tadodaho – Eine Geschichte über Gut und Böse / Ein historischer Meilenstein in der Geschichte der Versöhnung
  • Die Clanmütter: Hüterinnen des Gleichgewichts in der Langhausregierung
  • Willkommen auf dieser Erde – Die Zeremonie bei der Geburt eines Kindes
  • Die Sieben Generationen – Ein Konzept von Verantwortung, Nachhaltigkeit und Ökologie
  • Der Erde eine Stimme geben – Das Haudenosaunee Weltverständnis: Alle Wesen sind Teil dieser Welt

Ansprechpartner für Veranstaltungen in Wien:

Matthias Neitsch
Arbeitskreis Indianer Nordamerikas (AKIN)
E-mail: neitsch(at)repanet.at

Internet: www.arbeitskreis-indianer.at
Facebook: www.facebook.com/arbeitskreisindianer

 

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