Hilferuf der Guaraní-Kaiowá in Mato Grosso do Sul / Brasilien

Die ca. 45.000 brasilianischen Mitglieder des Volkes der Guaraní-Kaiowá wurden von ihrem Territorium von Großgrundbesitzern vertrieben, obwohl ihnen ihr Heimatland laut Verfassung zugesichert ist und sie die diesbezüglichen Auflagen zwecks Bestätigung erfüllt haben.

Die Wälder, die für sie kulturell und ökonomisch von großer Bedeutung sind, wurden abgeholzt. Auf ihrem Territorium wird genveränderter Mais und Soja angebaut. Damit sind der Boden und die Gewässer vergiftet. Krebs und andere Erkrankungen haben zugenommen.
Wenn sie versuchen, auf ihr Land zurück zu kehren, werden sie von Milizeinheiten – Söldnern, oft unterstützt von Drohnen – angegriffen. Bisher sind über 400 Personen getötet worden.

Ládio Veron, Guaraní-Kaiowá / Brasilien

Ládio Veron unternimmt derzeit eine Reise durch Europa, um Aufmerksamkeit für diese Ereignisse, die das Überleben seines Volkes bedrohen, und Unterstützung im Kampf dagegen zu erhalten.
Ziel ist es, ein internationales Netzwerk zu bilden, das ständige Beobachtung vor Ort gewährleistet und die brasilianische Regierung unter Druck setzt, den Großgrundbesitzern (viele davon selbst Parlamentarier!) Einhalt zu gebieten und den Guaraní-Kaiowá offiziell ihr Land zuzusprechen – dies alles vor dem Hintergrund von Korruption und illegalen Machenschaften sogar
innerhalb höchster Regierungskreise (siehe aktuelle Medienberichterstattung), was die Beschreitung des Rechtsweges für die Guaraní-Kaiowá noch zusätzlich erschwert.

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